Mit dem 21. Spieltag beginnt das letzte Saisondrittel der Spielzeit 2024/25 und unser HLZ möchte seine Ausgangssituation im Kampf um den Klassenerhalt weiter verbessern. Nach dem wichtigen Auswärtssieg in der Vorwoche beim direkten Kontrahenten TV Korschenbroich ist am Sonntag um 17 Uhr ein Team aus dem gesicherten Mittelfeld zu Gast im TVH-Sportzentrum. Die Otter vom TuS 1882 Opladen gehen als Tabellensiebter favorisiert in die Partie, mussten in den letzten Wochen aber diverse Ausfälle von Leistungsträgern verkraften.
Beim Rhein-Derby in der heimischen Bielerthalle gegen den Longericher SC Köln war reichlich Platz auf dem Spielberichtsbogen. Neben Torhüter Moritz Wiese fehlten acht Feldspieler des Drittligakaders, so dass Cheftrainer Stefan Scharfenberg reichlich Flexibilität unter Beweis stellen musste. Mit Malte Wolfram, Julius Schröder und Birger Dittmer fiel die komplette Kreativ-Abteilung des Opladener Angriffsspiels aus, neben Linksaußen Tobias Schmitz fehlten auf dem rechten Flügel sowohl Leander Altena als auch Markus Sonnenberg. Im linken Rückraum musste der Coach neben Janis Beckers auch auf Top-Torschütze Oliver Dasburg (viertbester Goalgetter der Staffel Süd-West mit 126 Toren, davon 44 Siebenmeter in 16 Spielen) verzichten. Christopher Göddertz und Lars Branding aus der zweiten Mannschaft sowie A-Jugend-Talent Tjade Frederik Wilms (Jahrgang 2007) halfen aus, konnten aber die deutliche Heimniederlage im Derby (24:33) nicht verhindern, zumal Anfang der zweiten Hälfte mit Maurice Meurer ein weiterer Leistungsträger verletzt ausscheiden musste. Linkshänder Fynn Johannmeyer, sonst vor allem als Defensivspezialist im Innenblock eingesetzt, musste im Angriff als Rechtsaußen agieren – vielleicht das deutlichste Zeichen für die personelle Notlage der Opladener.
Es spricht für den TuS, dass wenig über die angespannte Personalsituation zu hören oder zu lesen ist. Vielmehr macht man das Beste aus der Situation und besinnt sich auf seine Stärken. Diese liegen in der Offensive bei wurfgewaltigen Rückraumspielern und treffsicheren Außen, in Szene gesetzt von Regisseuren mit außerordentlicher Spielintelligenz. Nach Oliver Dasburg sind die beiden Halblinken Maximilian Schmidt mit 85 Toren (10 davon im letzten Spiel gegen den LSC Köln) und Maurice Meurer (77-mal erfolgreich in 16 Spielen) die gefährlichsten Akteure. Es folgen Rechtsaußen Markus Sonnenberg (70 Treffer, davon 8 Siebenmeter) und Linksaußen Tobias Schmitz (66 Tore) in der internen Torschützenliste. Mit 623 Toren stellen die Otter den fünftbesten Angriff unserer Staffel. Die Defensive stützt sich auf einen kompakten Innenblock bestehend aus Fynn Johannmeyer und Jan Jagieniak, ergänzt durch sowohl taktisch als auch körperlich gut ausgebildete Verteidiger auf den Halbpositionen. Dabei setzt der TuS zumeist regelkonforme Mittel ein und ist mit 55 Zeitstrafen zusammen mit der HSG Rodgau Nieder-Roden die fairste Mannschaft der Staffel Süd-West. Hinter dem Defensivverbund lauert das Torhüter-Trio bestehend aus Tim Trögel, Gustav König und Moritz Wiese auf Paraden.
Unser Coach Gabriel Schmiedt ist unterdessen zufrieden mit der bisherigen Trainingswoche und hofft auf Bonuspunkte im Kampf um den Klassenerhalt: „Die Jungs haben bisher sehr gut mitgemacht, der Sieg in Korschenbroich hat uns gutgetan. Auch wenn Opladen einige Ausfälle verkraften muss, wird es für uns sehr schwer. Mit Meurer und Schmidt haben sie zwei Spieler, die einen sehr guten Zug zum Tor haben. Da müssen wir uns mit einer kompakten Abwehr entgegenstellen und unseren Torhütern helfen. Körperlich ist uns Opladen überlegen, also müssen wir versuchen uns nicht zu sehr in der Mitte abzuarbeiten. Vielmehr wollen wir den Ball schnell machen und flexibel über alle Positionen abschließen.“
Ob der Plan aufgeht, zeigt sich am Sonntag um 17 Uhr im TVH-Sportzentrum. Dass sich die Otter im Biberbau nicht so richtig wohlfühlen, hat sich bereits letzte Saison gezeigt. Nach einem 30:22-Heimsieg mussten sich die Leverkusener seinerzeit am 23. Spieltag mit 25:22 aus Sicht des HLZ geschlagen geben. Auch dieses Jahr ging das Hinspiel (32:24) mit acht Toren Unterschied an den TuS – mal sehen, manchmal wiederholt sich ja die Geschichte. Schön wär’s auf jeden Fall…
Text: Holger Friedmann