Acht Tore Vorsprung, eine Aufholjagd der Gäste und am Ende ein verdienter Heimsieg: Die Männer 3 des HLZ Friesenheim/Hochdorf besiegten am 3. Oktober die HSG Eckbachtal mit 29:26 (13:12). Im Duell des Tabellenzweiten gegen den Dritten sorgten starke Torhüter und ein entschlossener Start in die zweite Halbzeit für den entscheidenden Unterschied. Einer hatte den Ausgang schon zur Pause vorausgesagt: Der verletzte Janne Hartmann erwies sich mit seinem Tipp als treffsicher.
Die Voraussetzungen waren beim HLZ alles andere als ideal. Für den erkrankten Cheftrainer Benjamin Wingerter übernahmen David Müller-Schliecker und Malte Metz die Verantwortung an der Seitenlinie. Auch im Kader hatten Krankheiten ihre Spuren hinterlassen. „Einige Spieler konnten unter der Woche nicht trainieren. Dazu haben wir nur drei A-Jugendliche dabei und deshalb einen dünnen Kader“, erklärte Müller-Schliecker vor dem Anpfiff. Seine Vorgabe war klar: „Wir wollen an die gute Leistung gegen Saulheim anknüpfen, wenige technische Fehler machen und in der Abwehr zupacken. Unterschätzen dürfen wir die Gekkos auf keinen Fall.“
Die Gäste reisten motiviert an. „Wir treffen auf ein starkes HLZ-Team. Seit fünf Jahren haben wir hier nichts geholt. Wenn alles optimal läuft, haben wir eine Chance“, sagte Eckbachtals Co-Trainer Georg Ebel.
Zunächst hatte jedoch das HLZ die besseren Antworten. Daniel Simon zeigte früh seine Klasse im Tor, vorne setzte sich Levin Bohn energisch im Eins gegen Eins durch. Nach gut fünf Minuten stand es 3:0, in der zehnten Minute erhöhte Vincent Hörner auf 6:2. Ein Auftakt nach Maß – doch die Gekkos ließen sich nicht abschütteln.
Technische Fehler und vergebene Chancen brachten die Gäste zurück ins Spiel. Beim 6:6 war der Vorsprung aufgebraucht, wenig später ging Eckbachtal beim 7:8 erstmals in Führung. Nun entwickelte sich ein umkämpftes Duell, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Die Torhüter auf beiden Seiten erschwerten den Angreifern das Leben. Daniel Simon hielt das HLZ mit wichtigen Paraden im Spiel, während auf der Gegenseite der ehemalige HLZ-Torhüter Tobi Repp gegen seine früheren Kollegen ebenfalls einen starken Tag erwischte. Mit einer knappen 13:12-Führung ging es in die Kabinen.
Janne Hartmann, der wegen einer langwierigen Sprunggelenkverletzung zuschauen musste, blieb zuversichtlich: „Daniel gibt uns einen guten Rückhalt. Wir sind mit viel Tempo und tollen Lösungen gestartet, dann kamen die Fehlwürfe. Ich denke, wir werden in der zweiten Halbzeit hochschalten und am Ende mit drei oder vier Toren gewinnen.“
Seine Mannschaft setzte diese Prognose zunächst eindrucksvoll um. Jonas Hoffmann, Malte Dorra und Nils Mader sorgten nach Wiederbeginn für klare Verhältnisse. Das HLZ zog auf 16:12 davon und ließ sich auch von einer frühen Auszeit der Gäste nicht bremsen. Als Hoffmann in der 37. Minute zum 19:13 traf, betrug der Abstand erstmals sechs Tore.
Jetzt bestimmten unsere Männer 3 das Geschehen. Bohn blieb ein ständiger Unruheherd, Hörner und Tim Jakob steuerten weitere Treffer bei. Auch der Torhüterwechsel brachte keinen Bruch: Paul Lanfrit fügte sich mit mehreren Paraden sofort stark ein. Beim 26:18 durch Lennard Fink knapp zehn Minuten vor Schluss schien die Partie entschieden.
Doch Eckbachtal kämpfte weiter. Beim HLZ sank die Konsequenz, Chancen blieben ungenutzt und die Gekkos verkürzten Tor um Tor. Leon Schwartz hielt mit zwei schönen Treffern dagegen, dennoch rückten die Gäste bis auf 28:25 heran. Erst Malte Dorras wuchtiges Tor zum 29:25 gut anderthalb Minuten vor dem Ende machte den Sieg endgültig sicher. Eckbachtals letzter Treffer änderte daran nichts mehr.
„Das war heute anstrengend. Eckbachtal hat eine gute Abwehr gespielt, im Eins gegen Eins war schwer durchzukommen“, erklärte der siebenfache Torschütze Levin Bohn anschließend. „Wir haben es gut gemacht und Simon Müsel zeitweise in Manndeckung zu nehmen, hat uns geholfen.“ Lennard Fink sah neben dem starken Wiederbeginn auch die Schwächen im Endspurt: „Zum Glück sind wir gut in die zweite Halbzeit gekommen und hatten einen großen Abstand. Am Ende haben wir zu viel vergeben, dadurch sind sie noch einmal rangekommen.“
So blieb ein verdienter 29:26-Heimsieg nach einer starken Phase in der zweiten Halbzeit – und eine Punktlandung für den Tippkönig auf der Tribüne.
Es spielten: Paul Lanfrit und Daniel Simon im Tor; Vincent Hörner (4), Ben Stolle, Levin Bohn (7), Jonas Hoffmann (4), Lukas Gerstner, Tim Jakob (1), Leon Schwartz (2), Nils Mader (2), Malte Dorra (6), Lennard Fink (3).