0

Männer 3 verpassen die Regionalliga-Quali

Verfasst am

Die Ausgangslage hätte spannender kaum sein können. Punktgleich standen sich das HLZ 3 und die TG Osthofen gegenüber, ein Entscheidungsspiel musste über den zweiten Platz der Oberliga Rheinhessen-Pfalz und damit über die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga entscheiden. Am 30. April 2026 wurde die Halle im neutralen Mundenheim zur Bühne für ein Spiel, das alles zeigte was den Handball ausmacht: Leidenschaft, Emotionen und enorme Spannung.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass dieser Abend etwas Besonderes werden würde. Die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung überragend. Trommeln, Gesänge und lautstarke Unterstützung auf beiden Seiten sorgten von Beginn an für eine Atmosphäre, die man nicht alle Tage erlebt. Es knisterte förmlich in der Luft. Osthofens Trainer Mirko Höfler sprach im Vorfeld von einem Spiel auf Augenhöhe und zeigte sich optimistisch, dass am Ende die größere Erfahrung den Unterschied machen würde.

Das HLZ-Trainerteam um Benny Wingerter und Co-Trainer David Müller-Schliecker betonte, dass vor allem die eigene Stärke in der Defensive und der unbedingte Siegeswillen den Ausschlag geben würde. Wingerter: „Den Unterschied heute wird machen wer die bessere mentale Stärke hat.“

Und genau diesen Willen zeigte das HLZ von Beginn an. Die erste Halbzeit gehörte klar der blutjungen Mannschaft des HLZ3. Die Abwehr stand kompakt und aufmerksam, dahinter präsentierte sich Torhüter Moritz Wolfram in bestechender Form und parierte zahlreiche Würfe der Gäste. Osthofen fand kaum ein Durchkommen, wirkte nervös und leistete sich viele technische Fehler. Im Angriff setzte das HLZ auf Tempo und Durchschlagskraft, insbesondere der nach Verletzung zurückgekehrte Nils Mader überzeugte mit starken Würfen aus dem Rückraum. Bis zur 20. Minute entwickelte sich das erwartete ausgeglichenes Spiel, doch danach konnte sich das HLZ leicht absetzen. Trotz eines vergebenen Siebenmeters kurz vor der Pause ging unsere Nachwuchs-Mannschaft verdient mit einer 13:10-Führung in die Halbzeit. Malte Dorra hatte in letzter Sekunde mit einem Gewaltwurf aus der Mittelposition eingenetzt. Die Leistung stimmte, die Stimmung auf den Rängen trug das Team, und vieles deutete darauf hin, dass unser Plan aufgehen würde.

Stimme zur Halbzeit von Gabriel Schmiedt, Trainer unserer 3. Liga-Mannschaft, der auf der Tribüne war: „Die Abwehr und Moritz im Tor machen das gut. Vorne müssen sie ein bisschen ruhiger werden und nicht so schnell abschließen.“

Auch nach dem Seitenwechsel knüpfte das HLZ zunächst an die starke Leistung an und baute den Vorsprung bis zur 38. Minute auf vier Tore zum 16:12 aus. Zu diesem Zeitpunkt schien das Team auf einem sehr guten Weg zu sein, viele rechneten in dieser Phase mit einem Sieg des HLZ.

Doch dann folgte eine Phase, die das gesamte Spiel in kürzester Zeit auf den Kopf stellte. Eine harte Zeitstrafe gegen den starken Lennart Fink, technische Fehler im Angriff, 2 Empty Goal Treffer und mehrere Konter aus Abspielfehlern hintereinander brachte Osthofen zurück ins Spiel. Hinzu kam in dieser Phase eine längere Unterbrechung, da sich zu viele Zuschauer in der – ab der HZ-Pause völlig überfüllten Halle – hinter dem Torbereich aufhielten, was den Spielfluss zusätzlich hemmte. In dieser Phase verlor das HLZ die Kontrolle, während Osthofen die Situation konsequent nutzte. Innerhalb weniger Minuten kippte die Partie vollständig, aus einer komfortablen 4-Tore Führung wurde ein 3-Tore Rückstand (18:21, 48. Min.), und das Momentum lag nun klar auf Seiten der Gäste.

In den letzten zehn Minuten fand das HLZ nicht mehr zurück zu seinem Spiel. Die Ordnung im Angriff war verloren, die Mannschaft wurde immer nervöser und in der Abwehr fehlte der Zugriff. Osthofen spielte seine Erfahrung aus, nutzte unsere Fehler eiskalt und setzte sich dann entscheidend ab. Am Ende stand ein deutliches 22:30, nachdem das HLZ die zweite Halbzeit klar mit 9:20 verloren hatte (1. HZ 13:10 für das HLZ). Die Enttäuschung nach dem Spiel war bei den Fans und der Mannschaft riesig. Hatte man doch in 2 Spielen (Patzer beim Unentschieden im letzten Spiel in Gonsenheim) den Qualiplatz zur Regionalliga vergeigt und Osthofen ins Regionalliga Rennen zurück geholt, wobei man auch sagen muss daß in der 2. HZ die Abwehr der Wonnegauer vorbildlich kämpfte und Rückraumschütze Paul Bonin nicht zu halten war. Der Sieg im Entscheidungsspiel für Osthofen war also aufgrund der 2. HZ verdient.

Stimmen nach dem Spiel. Janne Hartmann, der über weite Strecken eine herausragende Abwehr spielte: „In der 1. HZ waren wir als Team supergut. Dann hat die Abwehr nachgelassen und bei den 6 Kontern in Folge haben wir es denen zu einfach gemacht.“ Lennart Fink: „Wir haben den Ball viel zu oft hergeschenkt – dann kam der Bruch.“ Levin Bohn: „In zehn Minuten haben wir alles verloren. Das Momentum war weg.“ Drei Spieler (Thiele, Köser, Wolfram) hatten ihr letztes Spiel im HLZ3. Lars Thiele: „Es ist ein geiles Team. Jeder kämpft für jeden – das war eine starke Saison.“ Felix Köser: „Es war echt toll für mich in der jungen Männer 3-Mannschaft zu spielen. Ich wurde von Anfang an gut aufgenommen und hatte viel Spass. Danke dafür. Schade, dass es heut nicht geklappt hat, wir hätten gerne gewonnen.“ Trainer Benny Wingerter: „Die erste Halbzeit lief genau nach Plan. In der zweiten hat Osthofen unsere Fehler gnadenlos bestraft. Ich will mit dieser Mannschaft in der nächsten Saison weitermachen.“ Vincent Hörner: „Schade, klar bin ich enttäuscht – aber wir haben lange dagegengehalten. Nächstes Jahr greifen wir wieder an.“

Die Saison endet somit nicht mit dem erhofften Höhepunkt, doch sie hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Team steckt. Eine starke erste Halbzeit, eine beeindruckende Atmosphäre und ein vorbildlicher Team-Spirit sind die Grundlage für die Zukunft. Viele Spieler bleiben zusammen, aus der A-Jungend Bundesliga kommt Verstärkung, die Entwicklung ist also noch lange nicht abgeschlossen, und die Motivation, es im nächsten Jahr erneut zu versuchen, ist bereits jetzt spürbar. Die Männer 3 werden auch in der kommenden Saison in der Oberliga Rheinhessen-Pfalz antreten und dort wieder eine wichtige Rolle spielen. Unterstützt von ihren Fans, die in Mundenheim für einen unvergesslichen Rahmen gesorgt haben, wird diese Mannschaft ihren Weg weitergehen. Also Kopf hoch – dieses Spiel war nicht das Ende, sondern ein weiterer Lernschritt in Eurer persönlichen Entwicklung im HLZ Friesenheim-Hochdorf.

Es spielten: Dominik Hiel, Vincent Hörner 3, Lasse Felix, Lars Thiele, Simon Wacker 4, Levin Bohn 3, Phil Magin, Janne-Matti Hartmann, Christopher Zepp, Nils Mader 6, Malte Dorra 4, Lennard Fink 1, Felix Köser 1. Tor: Moritz Wolfram, Tobias Repp, Ragnar Vollbrecht. Trainer: Benjamin Wingerter, David Müller-Schliecker, Malte Metz.

Weitere News