Was für ein Abend im Sportzentrum Hochdorf! Vor gut gefüllten und lautstarken Rängen setzte sich die dritte Männermannschaft des HLZ Friesenheim/Hochdorf am 25. Januar 2026 im Derby gegen die MSG Iggelheim/Meckenheim deutlich mit 36:21 (16:11) durch. Was zunächst als umkämpftes und hektisches Nachbarschaftsduell begann, entwickelte sich nach der Pause zu einer echten Machtdemonstration der Gastgeber.
Stimmen vor dem Spiel
HLZ-Trainer Benny Wingerter hatte vor dem Anpfiff den Schlüssel klar benannt: „Entscheidend wird heute der Torhüter und das Zusammenspiel mit der Abwehr sein. Wer sich am meisten hinten aufopfert und den Fokus hält, wird erfolgreich sein.“
Auf der Gegenseite versuchte Trainer Max Zech (MSG) bewusst Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. Ohne Harz-Erfahrung in den letzten Wochen und ohne den verletzten Elias Rommel (Nasenbeinbruch) war die Ausgangslage schwierig:
„Wir müssen heute nicht gewinnen. Unser Ziel ist es, uns hinter den Top Drei der Liga einzuordnen und um Platz vier zu kämpfen.“
Erste Halbzeit: Hektik, Emotionen – und ein HLZ, das dagegenhält
Das Derby begann erwartungsgemäß hitzig. Viele Spieler kannten sich aus gemeinsamen Jugendzeiten – entsprechend hoch war die Intensität. Esra Eschbach brachte die Gäste früh mit 0:1 in Führung. Es sollte jedoch die einzige Führung der MSG an diesem Abend bleiben.
Dann übernahm das HLZ das Kommando. Vor allem Levin Bohn sorgte mit blitzschnellen Eins-gegen-eins-Aktionen von halbrechts immer wieder für Unruhe. Zwei frühe Treffer waren die Folge – das HLZ nahm Fahrt auf.
Trotz zahlreicher technischer Fehler, überhasteter Abschlüsse und ungenauer Kreisanspiele zog das HLZ auf 5:2 davon. Die Abwehr arbeitete von Beginn an leidenschaftlich, blockte Würfe und zwang die MSG zu vielen Fehlwürfen.
Die Gäste blieben jedoch dran. Die Halle war laut, die Emotionen kochten hoch – und das Spiel blieb unruhig. Beim Stand von 10:8 (20. Minute) drohte das Spiel zu kippen, zumal die Schiedsrichter sehr konsequent Stürmerfouls gegen Levin Bohn ahndeten. In dieser Phase hatte das HLZ Glück, dass die Eschbach-Brüder mehrere freie Würfe liegen ließen.
Benny Wingerter reagierte in der 21. Minute mit einer Auszeit – und sie wirkte. Direkt danach folgte eine sehenswerte Szene: Dominik Hiel behielt unter Druck die Übersicht, passte an zwei Gegenspielern vorbei auf den am Kreis lauernden Vincent Hörner, der sicher zum 12:9 einnetzte.
Kurz darauf kam Tobias Repp ins Tor – und hielt sofort zwei freie Bälle. Das gab Sicherheit. Angeführt von Felix Köser, der nun aus dem Rückraum immer besser ins Spiel fand, setzte sich das HLZ über 14:9 und 15:9 ab. Kurz vor der Pause verkürzte Blau-Weiß noch auf 16:11, doch das HLZ ging mit einem beruhigenden Fünf-Tore-Polster in die Kabine.
Halbzeitfazit: Derby mit viel Chaos – aber Vorteilen für das HLZ, die Zuschauer hatten 30 Minuten voller Hektik, Emotionen und technischer Fehler gesehen. Doch während die MSG viel Energie ließ, hatte das HLZ bereits gezeigt, dass es die besseren Lösungen parat hatte.
Zweite Halbzeit: Köser und Mader im Rausch
Nach dem Seitenwechsel machte das HLZ sofort klar, wohin die Reise geht. Eine 3er Serie brachte das 19:11 (33. Minute) – die Vorentscheidung. Spätestens als Ben Stolle ein Empty-Goal-Tor zum 20:12 erzielte, war die Partie endgültig gekippt.
Jetzt begann die große Show von Felix Köser und Nils Mader. Immer wieder trafen sie aus dem Rückraum – präzise, entschlossen und nahezu nach Belieben. Die MSG versuchte sich dreimal an spektakulären Kempa-Tricks, doch alle Versuche scheiterten. Im Gegenzug klingelte es fast im Minutentakt im Tor der Gäste.
Beim Stand von 26:15 zog MSG-Trainer Max Zech in der 42. Minute noch einmal die grüne Karte. Doch es half wenig. Die schwindenden Kräfte der Gäste waren deutlich zu sehen, währenddessen hatte das HLZ noch frische Optionen auf der Bank.
Ein Doppelpack von Simon Wacker setzte schließlich den Schlusspunkt zum 35:21 und 36:21 – ein Endstand, der die Kräfteverhältnisse an diesem Abend klar widerspiegelte und in dieser Höhe vor dem Spiel kaum zu erwarten war.
Stimmen nach dem Spiel
Janne Hartmann, heute wieder sehr stark im Innenblock: „Wir haben dort angeknüpft, wo wir gegen Eckbachtal aufgehört haben. In der ersten Halbzeit hatten wir noch Fehler, aber in der zweiten war es deutlich besser.“
Tobias Repp: „Heute war Heimspiel-Atmosphäre pur. In der zweiten Halbzeit haben wir komplett dominiert, vor allem defensiv.“
Simon Wacker: „Zu Beginn haben wir unser Tempospiel nicht aufgezogen. In der zweiten Halbzeit war das besser, auch wenn wir noch zu viele Fehlpässe hatten.“
Trainer Benny Wingerter: „Wir hatten über das ganze Spiel die bessere Spielanlage. Wenn wir das Tempo noch besser steuern, werden unsere Angriffe noch klarer. Das war heute gut zu sehen.“
Felix Köser (Linkshänder, 11 Tore): „Ich hatte heute einfach riesigen Spaß.“
Nils Mader ergänzte: „Im Angriff wurde gut für uns gearbeitet und gekreuzt – das war perfekt für die Halbpositionen.“
Es spielten: Felix Köser 11, Nils Mader 6, Lennard Fink 4, Malte Dorra 3/3, Simon Wacker 3, Levin Bohn 3, Dominik Hiel 2, Vincent Hörner 2, Lukas Maric 1, Ben Stolle 1, Lasse Felix, Janne Hartmann, Leon Schwartz Tor: Tobias Repp, Moritz Wolfram Offizielle: David Müller-Schliecker, Benjamin Wingerter
Text / Bild: Stefan Hoffmann