Samstagmorgen entspannt mit C1, B1 und A-Jugend in den Bus steigen, an der Sporthalle in Obersiggenthal (Schweiz) aussteigen, dort jeweils drei Spiele spielen und nach einer Übernachtung wieder nach Hause fahren. So einfach klang die HLZ-Planung für den Raiffeisen Cup 2026 bei der HSG Aargau Ost. Was aber an den zwei Tagen passieren sollte, wich teilweise doch recht weit davon ab. Aber der Reihe nach.
Früh am Samstag trafen sich die drei Teams müde, aber motiviert am TSG Sportzentrum in Friesenheim. Wegen einer Verzögerung startete das Abenteuer mit einer deutlichen Verspätung, die aber mit dem eingeplanten Puffer noch in Ordnung gewesen wäre. Viel schlimmer dagegen war der Fakt, dass der Bus einen technischen Defekt hatte, sodass der Busfahrer mitsamt seiner 53 Fahrgäste eine Werkstatt ansteuern musste. Nach zwei Stunden Reparaturzeit kamen dann endlich gute Nachrichten. Die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Der angedachte Spielplan war mit einer Verspätung von drei Stunden aber hinfällig. So entstand ein konstruktiver Austausch mit den Verantwortlichen des Turniers, die alles versuchten, um den Turnierplan entsprechend anzupassen. Da dies letztlich dank der Flexibilität aller Teams und den anderen Beteiligten funktionierte, konnte in jeder Altersklasse der ursprüngliche Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt werden.

C1
Die C-Jugend um Trainer Fabi Manger traf auf drei, ihnen gänzlich unbekannte, Gegnerteams. In Spiel eins stand das Duell gegen die JSG aus Köln an. Das Duell konnte am Ende souverän in 60 Spielminuten mit 37:29 gewonnen werden.
Nach einer kurzen Nacht traf man am zweiten Tag zuerst auf den Gastgeber. Die HSG Aargau Ost ist ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Vereine, die ihre besten Talente in die HSG schicken. Entsprechend war die Anfangsphase ausgeglichen, im Laufe des Spiels konnte man sich aber immer mehr absetzen. Am Ende war ein 41:29-Sieg auf der Anzeigetafel zu sehen.
Im letzten Spiel wartete dann die Talentschmiede der Kadetten Schaffhausen. Die Jungs aus dem Schweizer Norden hatten zuvor ebenfalls beide Spiele gewonnen, sodass hier ein inoffizielles Finale gespielt wurde. Die anderen Teams und die mitgereisten Eltern sorgten für ordentlich Stimmung auf der Tribüne und es entstand ein offener Schlagabtausch zweier sehr gut ausgebildeten C-Jugend-Teams. Im Laufe der zweiten Halbzeit konnte sich das HLZ Schritt für Schritt absetzen und das Spiel am Ende auch 33:28 für sich entscheiden.
Besonders schön für die C-Jugend war neben dem Turniersieg noch die verdiente Ernennung von Rückraumspieler Mirco zum MVP des gesamten Turniers.
Trainer Fabian Manger: „Sportlich war das Turnier genau richtig, um den nächsten Schritt zu gehen. Auch als Team konnten wir weiter zusammenwachsen und freuen uns jetzt auf den Saisonstart in der Regionalliga am Dienstag.“
MVP Mirco: „Über die Zeit haben wir in jedem Spiel immer mehr Stimmung auf’s Feld gebracht und uns immer weiter gesteigert. Ich finde das Turnier war für uns alle eine gute Erfahrung, wo wir vor Rundenstart noch einiges aus dem Training ausprobieren und umsetzen konnten.“

B1
Die B1 reiste mit einem großen Kader und vielen handballerischen Vorsätzen in das deutschen Nachbarland. Am ersten Turniertag wartete die B2 der JSG Handball Köln auf die Truppe von Coach Malte Metz und Trainerkollege Volker Schuster. Da die B1 der Kölner auf einem Turnier in Emsdetten spielte, durften die Spieler des Jahrgangs 2011 gegen unsere HLZ-Jungs ran. Erwartbar deutlich war der Niveauunterschied und das Endergebnis mit 49:35.
Im zweiten Spiel durfte sich dann die HSG Aargau Ost die Zähne am pfälzischen Tempoteam ausbeißen. Mit 50:40 konnte man deutlich gewinnen und zeitgleich die Tordifferenz auf +24 stellen.
Im letzten Spiel warteten wie in der u15 die Kadetten Schaffhausen. In einem Spiel auf Augenhöhe zeigten beide Teams ihre Qualitäten. Mit einer „genialen Aufholjagd“ (Zitat aus der Mannschaft) trennten sich die Teams am Ende mit 24:24. Durch das deutlich bessere Torverhältnis sicherte sich das HLZ am Ende verdient den Turniersieg.
Luis Distler wurde am Ende verdient als bester Feldspieler des Turniers ausgezeichnet.
Luis Distler: „Natürlich bedeutet mir die Auszeichnung sehr viel, aber diese konnte ich nur durch eine sehr gute Teamleistung erlangen.“
Trainerteam Metz/Schuster: „Mit unserem Tempospiel und der Angriffsleistung können wir sehr zufrieden sein. Der Fokus lag im Turnier darauf, verschiedene Abwehrsysteme auszuprobieren. Da haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen, wissen aber auch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Jetzt geht es in den Feinschliff, bevor in drei Wochen gegen Pfungstadt die Bundesliga-Saison startet.“

A-Jugend
Mit einem Kader von drei Torhütern und dreizehn Feldspielern ging es für die A-Jugend am Samstag mit einem Spitzenspiel in das Turnier. Es wartete die u19 der Kadetten Schaffhausen. Mit einer überraschend überzeugenden Defensivleistung stellte man die Schweizer immer wieder vor große Herausforderungen. Dank eines hohen Tempos nach vorne konnte sich das HLZ Schritt für Schritt absetzen. Nach einer hohen Zwischenführung konnten sich die Nordschweizer am Ende nochmal herankämpfen, die HLZ-Jungs konnten aber deutlich mit 38:33 gewinnen.
Direkt im Anschluss wartete dann Neu-Bundesligist JSG Handball Köln auf die Pfälzer. Sichtlich erschöpft und mit zehn Minuten Pause zwischen beiden Partien starteten die HLZ Jungs auf Augenhöhe mit den Kölnern. Die Halbzeitsirene stoppte bei einem 22:22 und im Gegensatz zum ersten Spiel fehlte der HLZ-Deckung jetzt deutlich an Härte und Spielwitz. Im Laufe der zweiten Halbzeit setzten sich die Jungs vom Nordrhein mit einem unermüdlichen Tempospiel immer weiter ab und in Minute 45 waren es zehn Tore Rückstand für das HLZ. Dank einer deutlichen Steigerung konnte dieser Abstand deutlich verkürzt werden und am Ende verlor man mit 38:43.
Am Sonntag war die Tabellensituation dann etwas verzwickt. Alle Teams hatten einmal gewonnen und eine ähnliche Tordifferenz. Da diese entscheidend bei Punktgleichheit war und die Kadetten ihr Spiel gegen Köln deutlich gewannen, musste die A-Jugend des HLZ für den sicheren Turniersieg mit mindestens fünf Toren Differenz gegen Gastgeber Aargau gewinnen. Allerdings hatte die Belastung des Vortags und -abends ihren Tribut gefordert und es konnten nur noch acht Feldspieler und zwei Torhüter auf Seiten des HLZ eingesetzt werden.
Die Führung in der ersten Halbzeit wechselte ständig hin und her und zur Halbzeit stand ein 11:11 auf der Anzeigetafel. Die Pfälzer mobilisierten nochmal alle Kräfte und die letzten verbleibenden Spieler konnten dem Gastgeber immer wieder Bälle abnehmen. Mit einer Punktlandung bei 21:16 beendete die Schlusssirene das Spiel und auch die dritte HLZ-Mannschaft konnte sich an diesem Wochenende zu Turniersieger krönen. Wie auch in u15 und u17 konnte sich ein HLZ-Spieler die Auszeichnung zum MVP sichern. Simon Wacker wusste in Abwehr und Angriff in allen Spielen zu überzeugen und war maßgeblich für den späteren Turniersieg.
MVP Simon: „Ich freue mich sehr, dass ich die Auszeichung bekommen habe und hoffe, dass wir es schaffen, in der Saison so in der Abwehr und im Angriff zu spielen wie gegen Aargau und Schaffhausen.“
Trainer Max Sormani: „Es war ein unglaublich intensives Wochenende! Sportlich haben wir wieder sehen können, in welcher Qualität unsere A-Jugend Handball spielen kann. Bis zum Saisonbeginn in drei Wochen haben wir aber noch sehr viel zu tun. Auf dem Weg dorthin haben wir aber noch auf dem Sauerlandcup und in weiteren Testspielen die Chance, uns weiter zu verbessern.“