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Handball-Mini-EM 2026 in Anderten

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Nordmazedonien holt historische Bronze-Medaille

So oder so ähnlich wird die Schlagzeile lauten, wenn Nordmazedonien bei der kommenden
Handball-Europameisterschaft der Männer tatsächlich eine Medaille gewinnt. Vom 2. bis 4. Januar
2026 wurde dieses Szenario bereits Wirklichkeit – zumindest im Rahmen der Handball-Mini-EM.
Es gehört mittlerweile fast schon zum festen Ritual: Sobald im Sommer feststeht, dass das Ticket
zur Handball-Mini-EM gelöst ist, steigt die Vorfreude spürbar an. Nur die Auslosung der Nationen
sorgt noch einmal für zusätzliche Spannung. Als schließlich Nordmazedonien gezogen wurde,
begannen die Vorbereitungen auf allen Ebenen. Eltern informierten sich über Land und Kultur,
Fanartikel wurden organisiert und sogar originale nordmazedonische Trikots fanden ihren Weg in
den Fanblock.

Auch bei den Spielern war die Begeisterung groß. Ein 14-köpfiger Kader – bestehend aus
Feldspielern und Torhütern – durfte die Reise nach Anderten antreten. Über Weihnachten und
Neujahr nutzten alle die Zeit, um Kraft zu tanken und die Grippewelle hinter sich zu lassen.
Am frühen Freitagmorgen war es dann so weit: Um 8.30 Uhr traf sich das Team samt Trainerstab
in Hochdorf. Nach einer kurzen Einheit zum Ankommen und Eingewöhnen an den Ball begann die
Fahrt in den Norden Deutschlands. Diese stellte sich durch den Wintereinbruch mit glatten
Straßen und Blitzeis als kleines Abenteuer heraus. In Hannover angekommen, bezog das Team
sein Quartier im Teamhotel im Medical Park, ehe es direkt weiter zur feierlichen Eröffnung ging.
24 Mannschaften – ganz wie bei der großen EM – kämpften an diesem Wochenende um den
Turniersieg. Auch der HLZ-Nachwuchs hatte große Ziele. Nach dem obligatorischen Döner ging
es zurück ins Hotel und mit einer gesunden Portion Nervosität ins Bett.

Am Samstagmorgen präsentierte sich das Team ausgeruht und fokussiert. Während andere
Mannschaften bereits früh aktiv waren, setzte das HLZ auf ausgiebigen Schlaf. Nach dem
gemeinsamen Frühstück ging es in die Halle nach Misburg. In der Vorrunde warteten Dänemark,
Portugal und Rumänien. In ungewohnt rot-gelber Spielkleidung zeigten die Jungs eindrucksvoll,
dass sie bestens vorbereitet waren. Trotz der kurzen Spielzeiten von jeweils 15 Minuten erhielten
alle Spieler ihre Einsatzzeiten. Die Ergebnisse sprachen für sich: 20:3 gegen Dänemark, 14:8
gegen Portugal und 17:1 gegen Rumänien. Der Einzug in die Hauptrunde war geschafft.

Dort wartete erneut der HC Erlangen unter österreichischer Flagge – ein Gegner, gegen den man
sich im Vorjahr noch schwergetan hatte. Dieses Mal ließ das Team nichts anbrennen und gewann
souverän mit 13:6. Im letzten Spiel des Tages ging es gegen die deutsche Vertretung aus Lemgo.
Bereits aus dem Vorjahr bestens bekannt, entwickelte sich erneut ein intensives Duell. Mit viel
Energie und Willen sicherte sich das HLZ einen 10:7-Erfolg. Das Viertelfinale am Sonntag war
erreicht.

Nach einem langen Turniertag kamen die Player’s Night und das Gala-Dinner genau zur richtigen
Zeit. Der Rückweg zum Hotel gestaltete sich aufgrund von Schnee und ausgefallenen öffentlichen
Verkehrsmitteln etwas chaotisch – die spontane Schneeballschlacht wird jedoch sicher allen in
Erinnerung bleiben.

Der Sonntag begann erneut mit dem Wecken durch die Trainer. In der Halle am Eisteichweg traf
man auf eine unerwartet kleine Zuschauerkulisse, da dort lediglich acht Teams spielten. Die
besondere Turnieratmosphäre litt etwas darunter, doch die Konzentration der Mannschaft blieb
hoch.

Im Viertelfinale ging es gegen Anderten 1 – die französische Vertretung. Nach offenem Beginn und
einigen Problemen mit dem körperlich starken Kreisläufer des Gegners fand das Team nach etwa
acht Minuten die richtigen Lösungen und drehte das Spiel. Der verdiente 14:10-Sieg bedeutete
den Einzug ins Halbfinale.

Dort wartete der Nachwuchs des HSV Hamburg unter isländischer Flagge. Die Partie begann
torarm und extrem umkämpft. Die körperliche Überlegenheit der Hamburger stellte das HLZ vor
große Herausforderungen, die jedoch mit viel Einsatz und Teamarbeit kompensiert wurden. Trotz
einer starken kämpferischen Leistung musste man sich am Ende knapp mit 11:12 geschlagen
geben. Die Enttäuschung währte jedoch nur kurz – der Stolz auf die eigene Leistung überwog.
Im Spiel um Platz drei traf das Team schließlich auf Dormagen. Ein hochspannendes und
ausgeglichenes Spiel endete überraschend im Siebenmeterwerfen. Hier zahlte sich das
regelmäßige Training aus: Im direkten Duell behielt das HLZ die Nerven. Hannes Matschke
verwandelte den entscheidenden Wurf und sicherte dem Team die Bronze-Medaille. Ein besonderer Höhepunkt: Max Hoffmann wurde erneut als bester Spieler des Turniers
ausgezeichnet – eine großartige individuelle Leistung.

Nach diesem emotionalen Wochenende geht es nun zurück in den Ligabetrieb. Doch das nächste
Abenteuer wartet bereits: Am 27. Februar reist das Team spontan nach Flensburg zum Get-In
Touch-Cup und trifft dort auf namhafte Gegner wie GOG Gudme, Kopenhagen, den THW Kiel
oder die SG Flensburg-Handewitt.
Ein Highlight jagt das nächste – und das HLZ ist bereit.

 

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