Die dritte Mannschaft des HLZ Friesenheim/Hochdorf hat sich am Wochenende in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Hessen ein packendes Duell mit dem Tabellenführer TV Nieder-Olm geliefert. Nach einem intensiven Spielverlauf trennten sich beide Teams leistungsgerecht mit 28:28 (14:14). Damit bleibt das HLZ weiterhin fest in der Spitzengruppe der Liga.
Schon vor dem Anpfiff war die Spannung greifbar und Nieder-Olms Trainer Tom Friedemann lobte den Gegner:
„Das HLZ ist aktuell die Mannschaft der Stunde, in starker Form. Wir selbst sind überrascht, dass es für uns so gut läuft – wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Heute wird das Team gewinnen, das die wenigsten technischen Fehler macht.“
Auch HLZ-Trainer Benjamin Wingerter erwartete ein Spiel auf Augenhöhe:
„Wir haben heute einen guten Kader, bis auf Ben Stolle sind alle dabei. Wir wissen um die Stärke des Nieder-Olmer Rückraums und haben uns gezielt darauf vorbereitet.“
Erste Halbzeit: Nervöses Abtasten, dann Schlagabtausch auf Augenhöhe, HLZ schafft noch den Ausgleich
Der Tabellenführer startete besser ins Spiel, profitierte zunächst von kleineren Unsicherheiten beim HLZ und ging bis zur neunten Minute mit 3:5 in Führung. Nils Mader hielt mit starken Einzelaktionen dagegen und sorgte dafür, dass die Partie offenblieb.
Beide Teams verteidigten kompromisslos – besonders die konzentrierten Abwehrreihen dominierten das Geschehen. Doch es waren die Gäste aus Nieder-Olm, die sich bis zur 20. Minute leicht absetzen konnten (7:10).
Darauf reagierte Trainer Wingerter taktisch klug: Eine Umstellung auf die offensive 5:1-Deckung zeigte Wirkung. Das HLZ kämpfte sich Tor um Tor heran, und so stand zur Halbzeit ein verdientes 14:14 auf der Anzeigetafel.
„Wenn wir unsere Chancen besser nutzen, führen wir hier zur Pause“, hörte man von den Zuschauern. Die Chancenverwertung blieb ein wunder Punkt.
Zweite Halbzeit: Kampf, Leidenschaft und ein offenes Ende
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein echter Handballkrimi auf hohem Niveau. Beide Torhüter wuchsen über sich hinaus – besonders HLZ-Schlussmann Moritz Wolfram, selbst aus Nieder-Olm stammend, glänzte mit zahlreichen Paraden gegen seinen Ex-Verein.
In unserer starken Abwehr überzeugte Lennard Fink, der mehrere Ballgewinne erkämpfte und entscheidend am Umschaltspiel beteiligt war. Mitte der zweiten Hälfte setzte sich das HLZ durch Konter auf 23:20 ab – die Halle kochte.
Doch wie schon im Spiel gegen Osthofen fehlte in der Schlussphase das letzte Quäntchen Ruhe. Ein Lattentreffer, einige überhastete Abschlüsse und der starke TVN-Keeper verhinderten den möglichen Sieg. Nieder-Olm blieb dran und traf kurz vor dem Ende zum 28:28-Ausgleich.
Stimmen nach dem Spiel
Trainer Tom Friedemann (TV Nieder-Olm):
„Heute haben wir einen Punkt gewonnen. Am Ende sind wir froh, dass wir noch zurückgekommen sind.“
HLZ-Aussen Jonas Hoffmann:
„Wir waren gut eingestellt und nah am Sieg. Leider konnten wir uns in der entscheidenden Phase nicht absetzen.
Torhüter Moritz Wolfram:
„Das hat Spaß gemacht – besonders, weil es gegen meinen alten Verein ging.“
Felix Köser, mit fünf Treffern und sicher vom Siebenmeterpunkt, analysierte selbstkritisch:
„Wir nehmen zu viele Würfe ohne Vorbereitung. In solchen Momenten fehlt manchmal der kühle Kopf.“
Und Levin Bohn, mit sechs Toren bester HLZ-Schütze, brachte es auf den Punkt:
„Am Ende haben wir den Sieg verschenkt.“
Trotzdem bleibt: Eine starke Teamleistung, die das HLZ weiter im oberen Tabellenfeld etabliert.
Es spielten für das HLZ Friesenheim/Hochdorf 3:
Dominik Hiel (1), Vincent Hörner (5), Lasse Felix, Max Diener, Simon Wacker (1), Levin Bohn (6), Jonas Hoffmann (1/2), Janne-Matti Hartmann, Lars Thiele, Lars Friedmann, Tobias Repp, Nils Mader (4), Malte Dorra (2), Lennard Fink (3), Moritz Wolfram, Felix Köser (5/2)
Trainer: Benjamin Wingerter, David Müller-Schliecker
Fazit
Ein Spiel auf hohem Oberliga-Niveau, mit Leidenschaft, Tempo und Emotion. Das HLZ Friesenheim/Hochdorf 3 beweist erneut, dass es in der Spitzengruppe der Liga absolut zurecht steht. Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit im Abschluss wäre der Sieg drin gewesen.
Text: Stefan Hoffmann