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M2 – 3. Liga Vorbericht: David gegen Goliath zum Abschluss der Hinrunde

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Noch einmal ab in den Bus, noch einmal knapp 300 km Richtung Nord-Westen, noch einmal 60 Minuten alles geben, um dann mit gutem Gefühl in die Winterpause gehen zu können. Am Samstag macht sich das HLZ als krasser Außenseiter auf den Weg zur HSG Krefeld Niederrhein, dem Tabellenzweiten der Staffel Süd-West. Nach dem Sieg am vergangenen Wochenende ist der ganz große Erfolgsdruck dem Willen zu einem Überraschungs-Coup gewichen.

Blickt man sich auf der Suche nach verwertbaren Informationen auf der Homepage der HSG um, merkt man gleich, dass es sich um einen Club mit großen sportlichen Ambitionen handelt. So finden sich neben drei Mannschaftsärzten auch Verantwortliche für social media, Sponsoring & Marketing sowie Kommunikation & Veranstaltungen. Eine Infrastruktur, die mindestens zweitligawürdig ist und in Heimspielen vor 700 bis 1.500 Zuschauern in der Glockenspitzhalle mündet. Die Rückkehr in die zweite Bundesliga, der man zuletzt in der Saison 2019/2020 angehörte, ist das erklärte Ziel unseres Gastgebers. In der vergangenen Saison scheiterten die Eagles nach der Vize-Meisterschaft hinter TV Emsdetten in der Staffel West (40:12 Punkte) in der Aufstiegsrunde, wo man mit 8:8 Punkten den vierten Platz belegte. In der aktuellen Spielzeit findet sich das Team von Trainer Mark Schmetz, ehemaliger niederländischer Nationalspieler und zweifacher EHF-Pokalsieger mit Tusem Essen (2005) und TBV Lemgo-Lippe (2010), mit 22:6 Punkten ebenfalls auf dem 2. Tabellenplatz wieder. Mit 465:422 Toren stellt man nach Saarlouis die zweitbeste Offensive, hat aber auch nur 6 Gegentreffer weniger hinnehmen müssen als das HLZ. Die Punktverluste resultieren aus Niederlagen bei TuS Ferndorf (29:31) und am letzten Wochenende bei der HG Saarlouis (30:37), sowie zwei Unentschieden bei den Bergischen Panthern und der HSG Hanau. In der heimischen Glockenspitzhalle ist man indes in fünf Spielen noch verlustpunktfrei und will das auch bleiben. „Dazu muss aber jeder seine Leistung abrufen, denn nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung können wir unser Spiel auf die Platte bringen und die Punkte zuhause behalten“, mahnt Mark Schmetz sein Team zur Konzentration. Der Coach kann dabei auf einen Kader zurückgreifen, der zu den ausgeglichensten der Liga zählt und mit Sven Bartmann über einen der besten Torhüter der Staffel Süd-West verfügt. Den einen Topscorer sucht man vergeblich, die besten zwölf Torschützen (je zwei pro Feldposition) der Eagles haben zwischen 23 und 50 Toren erzielt. Rechtsaußen Mike Schulz und Kapitän Christopher Klasmann (Halblinks) führen mit je 50 Treffern in dieser Kategorie. Noch deutlicher zeigt sich die Ausgeglichenheit, wenn man die erzielten Tore auf die einzelnen Positionen verteilt: So haben die Linksaußen und die Kreisläufer je 59 Tore erzielt, die Rechtsaußen waren 70mal erfolgreich. Im Rückraum verteilen sich die Treffer auf 82 von Halblinks, 85 von Halbrechts und 86 von Rückraum Mitte. Im Aufgebot fehlen wird am Samstag der Halbrechte Kevin-Christopher Brüren, der an einem Mittelhandbruch laboriert.

Auf Seiten des HLZ macht man sich trotz des Sieges am vergangenen Wochenende und dem damit zurückgekehrten Selbstvertrauen keine Illusionen über die Ausgangslage. „Wir fahren als ganz klarer Außenseiter an den Niederrhein und können nur etwas mitnehmen, wenn alles zusammenpasst. Dazu müssen wir noch einmal alle Energien sammeln, bevor es dann in die wohlverdiente Winterpause geht“, ist sich Trainer Gabriel Schmiedt bewusst, dass die Aufgabe kaum schwerer sein könnte. Zumal der Coach nach Niklas Schwenzer und Kapitän Nikola Sorda nun auch auf Jan-Philipp Winkler verzichten muss, der im Spiel gegen interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen in der 35. Minute verletzt ausschied. Außerdem wird Matthias Meyer aus beruflichen Gründen nicht zum Kader zählen. Auch auf Verstärkung von den Eulen Ludwigshafen kann nicht gehofft werden, da diese zeitgleich in Coburg aktiv sind. Unterstützung könnte aber aus dem RPS-Oberliga-Team, das erst am Sonntag spielt, und der A-Jugend, die sich schon in die Winterpause verabschiedet hat, erfolgen. Sehr wahrscheinlich wird sich Linkshänder Malte Dorra erneut in der Mannschaftsaufstellung wiederfinden. „Egal wer im Kader ist, wir werden alles versuchen. Wir haben keine Chance und die wollen wir nutzen. Wer weiß, was passiert!“, gibt sich Linksaußen Patrick Friedmann widerspenstig.

Ob dem HLZ die Herkules-Aufgabe am Niederrhein glückt, kann man in der Glockenspitzhalle ab 19 Uhr verfolgen. Der Samstag steht im Zeichen des Krefelder Hallensports und im Vorfeld unserer Partie bei den Eagles finden noch zwei Hockey-Bundesligaspiele statt. Alle Begegnungen können mit einer Eintrittskarte besucht werden, bisher sind bereits 800 Tickets verkauft. Für alle, die den Weg nach Krefeld nicht auf sich nehmen wollen, überträgt sportdeutschland.TV wie immer live.

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